Suchtprävention 2026
Lernen, begegnen und Verantwortung übernehmen
Zweiwöchiger Suchtpräventionsworkshop
Vom 19. bis 31. Januar 2026 fand am Hans-Carossa-Gymnasium ein besonderes Projekt im Rahmen des Sozialpraktikums statt: Zwölf Schülerinnen der 10. Klassen nahmen an einem zweiwöchigen Suchtpräventionsworkshop teil, der von Amrei Kleifeld, Simone Seel (Präventionsbeauftragte) und Oliver Klehm (Schulsozialpädagogik) angeboten und begleitet wurde.
In diesem Workshop geht es darum, Wissen im Bereich Abhängigkeit zu sammeln und dieses anschließend an die siebten Klassen unserer Schule weiterzugeben.
Doch vorerst muss dieses Wissen aufgebaut werden. Dieses Jahr fand der erste Tag des Workshops in der Schule statt, um Grundlagen zu vermitteln. Hierbei gab es jedoch keinen großen Vortrag, denn wie für einen Workshop üblich mussten wir uns unser Wissen und dadurch auch unseren Standpunkt selbst erarbeiten.
“Die Methode des Suchtdreiecks hat mir am meisten geholfen, da es die Grundlagen setzt, um im Rest des Praktikums mit genug Expertise und Argumentationsmaterial eigenständig über Dinge nachzudenken, sie zu verstehen und darüber zu philosophieren.“
Hugo, 10b
“Mir haben die Werbespots und das Erstellen der Plakate dazu mit am meisten Spaß gemacht, so hatte man zwischendurch etwas Abwechslung. Überhaupt war mir gar nicht so bewusst, wie sehr für Suchtmitteln wie Alkohol öffentlich geworben wird.”
Sophia, 10a

Anschließend gab es Exkursionen. Einen Nachmittag verbrachten wir bei der Caritas, einer Suchtberatungsstelle. Hier erfuhren wir, wie diese Suchtberatung funktioniert und wie Betroffene eine Abhängigkeit loswerden können. Die Exkursion bot uns einen kurzen Einblick in den Alltag eines Suchtberaters.
“Für mich war besonders interessant, wie das rein rechtlich gehandhabt wird, wenn deren „Klienten“ noch minderjährig sind und die verschiedenen Konsummotive.”
Sophia, 10a
“Mich hat geschockt, dass bis zu 20% der Besucher einer Suchtberatung Jugendliche sind, …”
Hugo, 10b
An einem anderen Tag nahmen wir an einer Führung von Petra, einer 38 Jahre lang Heroinabhängigen und nun cleanen Frau, teil. Sie erzählte viel von dem Leben auf der Straße und von den Problemen der Obdachlosigkeit, aber auch wie es zu ihrer Sucht kam.
“Dass Petra den Krebs schon 7 Jahre länger als die Prognose eines Arztes überstanden hat, hat mir gezeigt, dass der Körper, wenn er wirklich gesund lebt, vieles überstehen kann.” Hugo, 10b
“Mich hat beeindruckt, dass sie trotz ihrer Vergangenheit wieder clean geworden ist und so viele Menschen auf ihrem Weg verloren hat. Also, dass sie so standhaft und ehrgeizig war.” Sophia, 10a

Letztlich nahmen wir an zwei Workshops zum Thema Cannabis und Alkohol bei Karuna prevents teil. Es wurde unser bereits gesammeltes Fachwissen erweitert. Dies erfolgte durch praktische Übungen wie Simulationen der Wirkung von Cannabis und Alkohol. Es wurden des weiteren Schwerpunkte auf rechtliche Einflüsse wie Legalisierung, Beschaffungskriminalität und Schwarzmarkt gelegt.
All dies gab uns genug Wissen, um nun den Workshop für die siebten Klassen vorzubereiten, den wir mit vielen interaktiven Elementen gestalteten, um die Aufmerksamkeit der Siebtklässler*innen zu wecken. Darüber hinaus teilten wir den Workshop in Stationen auf, sodass wir auch mit einzelnen Schüler*innen in den Austausch kamen und es zu jedem Thema ein Team mit Spezialwissen gab.
Station 1: Vapes und Werbung
“Ich habe nicht gewusst, was für schädliche Stoffe in Vapes drin sind” Gloria, 7e
Station 2: Alkohol, die Brille simuliert die Beeinträchtigung durch Alkoholkonsum bei 1,3 Promille
“Mir hat die Alkoholstation am besten gefallen, weil wir durch die Brille selber erfahren konnten, wie es sich anfühlt.” Gloria, 7e
“Es war schwer, sich mit der Alkoholbrille richtig zu bewegen.” Schüler*in, 7e
Station 3: Cannabis
Ich habe die Cannabis-Station betreut. Mich hat überrascht, wie gut die 7. Klässler trotz unterschiedlichem Wissensstand motiviert mitgearbeitet haben und die Konzentration hatten, zu zuhören und dann das Erlernte im Praxis-Teil auch angewendet hatten.
Sophia, 10a
“Die Cannabis-Station hat mir am besten gefallen, weil es lustig war, die Rollen zu spielen.” Julius, 7e
Station 4: Tabak
“Ich wusste nicht aus was eine Zigarette besteht. Das war so erschreckend, weil es total ungesund ist und dein Leben verkürzt.” Tamina 7e
“Ich wusste nicht, dass in Zigaretten so komische Stoffe wie in Mottengift sind.” Greta Montag, 7e
Station 5: Merkmale verschiedener Substanzen im Vergleich und Auswirkungen auf das Gehirn
Auswertung der Stationen mit der gesamten Klasse 7 und Erarbeitung einer “Firewall” durch individuelle Schutzfaktoren
Das Feedback von den siebten Klassen war überwiegend positiv. Viele waren bereits sehr aufgeklärt, allerdings konnten wir auch diesen Schüler*innen neues Wissen mitgeben. Generell machten alle aufmerksam mit und nahmen Informationen schnell auf.
Uns wurde über die Dauer des Workshops immer bewusster, wie wichtig es ist, dass wir andere über dieses Thema informieren, damit sie nicht die Schicksale von bereits Betroffenen teilen müssen.
Insgesamt fand ich diesen Workshop äußerst interessant, er war sehr abwechslungsreich. Wir haben viel dazugelernt und konnten dieses Wissen auch an andere weitergeben. Die Exkursionen waren ein durchaus wichtiger Bestandteil des Workshops. Sie waren spannend und gaben uns tiefgründiges Wissen, durch welches wir beinahe alle Fragen der siebten Klassen beantworten konnten. Unsere Aufgabe ist es unser Wissen weiterzugeben, dies ist extrem wichtig, denn Wissen schützt.
Weiteres Feedback der 7. Klässler*innen
“Ich habe gelernt, dass man sehr vorsichtig und bewusst mit Alkohol und anderen Drogen umgehen muss, weil man sehr schnell davon abhängig werden kann.”
“Mir hat geholfen, das Thema besser zu verstehen, weil es von den 10. Klässlern gut erklärt wurde und es aktiv war, wir mussten nicht nur stumpf zuhören.”
“Kleine Spiele und das Rollenspiel halfen mir. Dadurch konnte ich mir alles besser vorstellen und merken.”
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Text: Nickolas Lemmin 10b
Fotos: Amrei Kleifeld ( Soz.päd.)








