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Sexuelle Vielfalt

Sexuelle Vielfalt
am Hans-Carossa-Gymnasium

Alle Menschen, auch alle Kinder und Jugendlichen, sind unterschiedlich. Manche spielen gerne Fußball, andere tanzen lieber Ballett und wieder andere machen vielleicht sogar beides. Was du am liebsten machst, mit wem du befreundet bist oder wie du dich anziehst, darfst du selbst bestimmen.

Die Menschen verlieben sich auch alle unterschiedlich. Es gibt Jungen, die sich in Mädchen verlieben. Aber manche verlieben sich auch in andere Jungen. Unter Mädchen passiert das genauso. Einige interessieren sich gar nicht fürs Verlieben, was ebenfalls ok ist. Auch Erwachsene sind heterosexuell, bisexuell und homosexuell.

Es gibt Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die als Junge oder Mädchen aufwachsen, aber finden, dass das nicht zu ihnen passt. Ein Junge ist dann z.B. der Meinung, dass er lieber ein Mädchen wäre. Manche verhalten oder kleiden sich auch so. Auch das ist nur eines der vielen Dinge, in denen wir uns unterscheiden.

Leider gibt es Menschen, denen gesagt wird, es sei nicht ok, so zu sein, wie sie sind. Dabei haben wir alle unsere ganz eigene sexuelle Identität und ein Recht darauf, sie auszuleben. Schwul, lesbisch, bi- oder heterosexuell zu leben, gehört zur sexuellen Identität – ebenso wie die Frage, ob du dich als Mädchen oder als Junge fühlst.

Szene aus dem ARD-Spielfilm Mein Sohn Helen, der in Teilen am HCG gedreht wurde (2014)

Es geht um sexuelle Identität – aber was ist das?

Der Begriff sexuelle Identität ist auf das Individuum bezogen und beschreibt, wie eine Person sich selbst definiert.
Die sexuelle Orientierung ist auf eine andere Person gerichtet und beschreibt, welche potenziellen Partner*innen ein Individuum sexuell begehrenswert findet.
Sexuelle Identität ist mit sexueller Orientierung keinesfalls gleichzusetzen, sie geht darüber hinaus.

Sie setzt sich aus vier verschiedenen Teilen zusammen:
Körper (biologisches Geschlecht)
Psyche (psychisches Geschlecht/Geschlechtsidentität)
Rolle (soziales Geschlecht)
Begehren (sexuelle Orientierung)

Wofür steht LGBTIQ?

L – lesbisch
G – gay (schwul)
B – bi-sexuell
T – transsexuell
I – intersexuell
Q – queer/questioning

Coming out

Dieser Begriff meint die öffentliche Positionierung als lesbisch, bisexuell, trans*, inter*, queer, gender nonconforming, genderqueer.
Er ist nicht unumstritten, da das Coming Out (aus dem Englischen: herauskommen, sich bekennen) aus einer heteronormativen Perspektive heraus erfolgt. Es wird so lange davon ausgegangen, dass eine Person heterosexuell bzw. cis-geschlechtlich ist, bis sie sich öffentlich dazu bekennt, dass dem nicht so ist. Heterosexualität und Cis-Geschlechtlichkeit werden hier als Norm gesetzt.

Szene aus dem ARD-Spielfilm Mein Sohn Helen

Unterschiedliche Studien kommen zu dem Ergebnis,

dass LGBTIQ Kinder und Jugendliche an Schulen häufig Opfer von Diskriminierung werden. Des Weiteren zeigen sie auf, dass viele von ihnen nach ihrem „Coming out“ unter Ablehnung leiden und oft sogar körperliche Übergriffe erleben müssen.

Daraus ergeben sich für die Betroffenen vielfältige Probleme wie Schulangst, Depressionen, Essstörungen u. Ä. Das Selbstmordrisiko dieser Gruppe ist 4-6 mal so hoch wie das ihrer heterosexuellen Mitschüler*innen.

Schulen – und damit sind alle Menschen gemeint, die am Schulleben beteiligt sind – müssen daran arbeiten, diesen Umstand zu verändern. Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung und sollten in der Lage sein, möglichst frei von Angst und in Ruhe zu lernen.

Der Berliner Senat hat darauf reagiert,

indem er dazu aufgerufen hat, an allen Berliner Schulen eine Kontaktperson zu benennen, die sich der Thematik annimmt. Es hat sich nämlich auch herausgestellt, dass sich die Situation der LGBTIQ Schüler*innen deutlich verbessert, wenn sexuelle und geschlechtliche Vielfalt an der Schule thematisiert wird und wenn Lehrkräfte und die Schulleitung gegen Homo- und Transfeindlichkeit Position beziehen.

Auch alle anderen Menschen in der Schule profitieren davon, weil sich das Schulklima insgesamt verbessert, offener und vielfältiger wird. Die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und Normen nützt jedem. Sie ermöglicht es Schüler*innen, sich kritisch mit den an sie gestellten Erwartungen zu beschäftigen.

Kontaktperson für sexuelle Vielfalt und Diversity am HCG


Frau Schuster]

  • seit 2014 Lehrerin (davor Referendarin) am HCG
  • Fächer: Deutsch, Geografie und Gesellschafts­wissenschaften
  • verantwortlich für die Sprachlern­klassen
  • großes Interesse für diskrimi­nierungs- und machtkritische Bildung, Empowerment und antirassistische Positionen

„Wenn ihr …

• Fragen zum Thema LGBTIQ habt,

• Diskriminierung aufgrund eurer sexuellen Identität erlebt,

• an eine Beratungsstelle weitervermittelt werden wollt,

… dann könnt ihr euch an mich wenden.

 

Meine Ziele für die nächste Zukunft sind,

• die Sichtbarkeit von LGBTIQ am Hans-Carossa-Gymnasium zu unterstützen (z.B. durch Projekte und Aktionen),

• zusammen mit dem Kollegium für Lehr- und Lernmaterial zu sorgen, das der gesellschaftlichen Vielfalt gerechter wird,

• eine möglichst geschlechterfaire, nicht-sexistische Sprache zu verwenden und andere dabei zu unterstützen, dies ebenfalls zu tun.

Die Position der Kontaktperson für sexuelle Vielfalt und Diversity ist noch relativ neu. Darum stehen wir mit der Arbeit noch ziemlich am Anfang.
Wenn ihr Lust habt, mich zu unterstützen, meldet euch gerne bei mir. Auch Ideen für Projekte u. Ä. zu dem Thema sind sehr willkommen!
M. Schuster
WEITERFÜHRENDE LINKS
Initiative intersektionale Pädagogik:
i-paed-berlin.de/de/Aktuell/
allgemeiner Link zu QueerFormat:
Link zur Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen mit Telefonnummer für Jugendliche zum Melden von Vorfällen:
Erläuterungen zu LGBTIQ und Coming Out: