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Homepageredakteur im Interview

Der Schulleiter interviewt seinen Homepage-Redakteur

 

Herr Heun, Sie waren lange Lehrer und auch Fachbereichsleiter Deutsch am HCG. Was war Ihre prägendste Erfahrung während dieser Zeit und warum hat sie Sie so geprägt?

Uff! [holt tief Luft] Das waren dreiunddreißig vollberufliche Jahre und dann noch drei Jahre kleinere Lehraufträge nach der Pensionierung. Mir fällt da kein einzelnes Ereignis, das herausragen würde; es gibt aber wichtige Erfahrungen. Die Grunderfahrung war für mich dieses Miteinander-in-einem-Raum-Sitzen-und etwas-Machen, mit einer Klasse, aber auch mit Kollegen und Kolleginnen, aber hauptsächlich mit einer Klasse, mit den Schülerinnen und Schülern. Was dann alles passiert! Und dass das im Grunde schön ist. Und dann die Schüler:innen, die einem da vor das Nase sitzen, das fand ich schon beeindruckend. Und in all dem hatte man als Lehrer etwas vor. Nennen wir’s ein zielgerichtetes Geschehen mit Erlebnisfaktor und einem positiven Grundsound.

Sie kamen im Jahre 1977 als junger Lehrer für Deutsch und Englisch an die Schule. Hat das Carossa-Gymnasium von damals etwas gemein mit unserer Schule heute?

[Holt Luft; kleine Pause] Ja, mich zum Beispiel. Den Schulnamen und eine gute Atmosphäre im Kollegium. Im Ganzen habe ich das Kollegium auch immer als pädagogisch engagiert und den Schüler zugewandt erlebt. Mit dem Umzug von Hakenfelde nach Kladow im Jahre 2000 hat sich die Position der Schule in Spandau sehr verändert. Die soziale Struktur der Schülerschaft ist eine andere.<7P>

Beim Schulnamen muss ich mich übrigens korrigieren: Der offizielle Schulname ist nicht gleich geblieben. Die Schule hieß damals offiziell Hans-Carossa-Oberschule (Gymnasium). Erst seit 2013 firmieren wir als Hans-Carossa-Gymnasium.

Sie haben im Jahre 2001 die Homepage unserer Schule gegründet und sind nun gut zwanzig Jahre verantwortlich für Gestaltung und Inhalt. Dabei haben Sie mit viel Kreativität und Professionalität und mit den Werkzeugen des Internetkenners, des Webdesigner, aber auch denen des Linguisten und Ästheten die „Visitenkarte“ der Schule geprägt.

Was sind ihre zentralen Leitlinien bei der Erstellung und Entwicklung der Homepage und warum sind diese von Bedeutung für eine Schule wie das HCG?

Als erstes bin ich erschlagen von der eingebauten Laudatio. Dennoch Dank. Ich bemühe mich.

Die Homepage des Hans-Craossa-Gymnasiums bietet für viele den ersten Eindruck von dieser Schule – und der sollte ansprechend, frisch und professionell sein. Ein Nutzer sollte den Eindruck gewinnen, hier sind Pädagoginnen und Pädagogen tätig, die ihre Profession verstehen und die offen sind für die Anforderungen der Zeit und den jungen Menschen zugetan.

Für die Gestaltung der Homepage heißt das: ein übersichtliches Layout und eine ansprechende Farb- und Bildgebung, optisch wie inhaltlich lesbare Texte, aktuelle Information und Berichte aus dem Schulleben, nicht zu lang und grafisch aufgelockert; spannende Fotos von Sportveranstaltungen oder glückliche Bilder von der Abifeier sind da Highlights.

Die Besonderheiten der Schule sollten in dieser Außendarstellung sichtbar werden für die Interessenten, als da wären Eltern und Schüler:innen, die eine Schule suchen, Journalist: innen, die über die Schule schreiben, und auch junge Lehrer:innen, die eine neue Stelle suchen.

Wichtig als Zielgruppe der Homepage-Arbeit sind auch die Eltern, die sich naturwüchsig für das werktägliche Umfeld ihrer Kinder interessieren. Schüler:innen lesen am liebsten etwas, in dem sie oder ihre Peers vorkommen.

Welche Funktion messen Sie dabei der Ästhetik zu?

Ästhetik ist für mich eine Variante der Lebensfreude.
Die Wahrheit und die Aktualität der Information sind wichtiger, deren ästhetische Gestaltung fördert ihre Aufnahme. Bei der Gestaltung gilt es, Maß zu halten; Schnickschnack müllt.

Wie wirkt für Sie unsere Schule – aus der Außenperspektive? Was macht uns aus?

Wenn mich einer fragen würde, z.B. Freunde in Amerika, die sonst nichts wissen über deutsche Schulen, dann würde ich sagen: „Da passiert ganz viel und die sind wach und das ist auch ein Betrieb mit über hundert Mitarbeitern, der hat auch so seine Eigenheiten [lacht] und es ist ein lokaler Punkt in der Süd-Spandauer Landschaft, sowohl optisch als auch von dem her, was die Menschen tun, also auch eine Figur in der sozialen Landschaft. In unseren Zeiten, da passiert so viel und ändert sich so manches, da ist es gut, wenn eine Schule wach ist.

Sie arbeiten ja seit Jahren gemeinsam mit den Schüler:innen an der Gestaltung der Homepage. Wie sieht die Homepage des HCG in fünf oder zehn Jahren aus?

Das ist eine sehr schöne Frage. [lacht] Jetzt habe ich etwas fürs Wochenende. –
Unsere Homepage wird – so hoffe ich – schlanker werden. Und sie wird sich mehr an den direkten Informationsbedürfnissen orientieren: Mit welcher Frage öffnet der Nutzer unsere Homepage? Wie kann die Frage am direktesten beantwortet werden?

Im Webdesign zeigen sich aktuell und anhaltend seit einiger Zeit folgende Entwicklungen:
– breiteren Seiten auf dem Desktop-Bildschirm (1690 Pixel Breite und mehr)
– mehr Weißraum (Minimal Design)
– größere Überschriften
– größere Fotos
– mehr Videos
– mehr Bewegtheit (Überschriften, Fotos, Parallax) (in Maßen! Vorsicht: Wimmel)

Generell besteht eine gewisse Tendenz zum Plakativen. Eventuell wird sich eine Verbindung mit sozialen Plattformen wie Instagram oder ähnlichen ergeben. Die Funktion der Schulhomepage als solche wird sich aber nicht ändern. Auch beruhigend.