Jarasch-Besuch

   

Integration der Willkommensklassen gelungen?

Grünen-Abgeordnete Bettina Jarasch informiert sich am HCG

 

An dieser Schule ist die Integration der Willkommensklassen in den Schulalltag vorbildlich gelungen – die Schüler*innen haben sich hier schnell wohl gefühlt und sich, trotz teilweise vorheriger Schuldistanz, schnell mit der Schule identifiziert und nächstes Jahr machen die ersten beiden Willkommensschüler*innen am Carossa-Gymnasium Abitur.“

Das ist die beeindruckende Erkenntnis, die die Sprecherin für Integration und Flucht der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus Bettina Jarasch von ihrem Besuch am Hans-Carossa-Gymnasium mitgenommen und auf ihrer Homepage veröffentlicht hat. Im Rahmen eines „Integrationstages mit Grünen in Spandau“ hatte sie u. a. auch das Gymnasium in Kladow besucht.

Schulleiter Henning Rußbült unterstrich gegenüber der Abgeordneten, dass Wertschätzung und ein schnelles Einbinden in das tatsächliche Schulgeschehen ein Schlüssel für den Erfolg waren. „So haben zum Beispiel die Willkommensschüler*innen ein Fest für alle Schüler*innen organisiert, damit sie nicht in der Dankesrolle bleiben müssen, sondern stattdessen ganz normal teilhaben können.“

„Von der Lage her ist unsere Schule ziemlich ideal für die Aufnahme von Willkommensklassen. Wir sind hier raus aus der Spandauer Mitte, hier gibt es weniger Ablenkungspotenzial“. Zurzeit gibt es am Hans-Carossa-Gymnassium zwei Willkommensklassen.

Ihre Klassenräume wurden so gewählt, dass sie umringt sind von anderen Unterrichtsräumen. Diese eben auch „räumliche Integration“ hält Rußbült für wichtig. So zu lesen in einem Bericht der BERLINER MORGENPOST.


Aus dem Unterricht einer Willkommensklasse – lernwillig

Die Schule hat sich mit viel Engagement für die Integration der Geflüchteten eingesetzt. Der Schulleiter erläutert der Abgeordneten das Konzept: Die besten Lehrer*innen aus dem Kollegium in die Willkommensklassen – Lehrer*innen, die akzeptiert und gut vernetzt sind, teilweise selbst einen Fluchthintergrund haben und mehrsprachig sind. Eine enge Betreuung, ein Patensystem und auch die Bereitschaft der anderen Schüler*innen – beispielsweise als es darum ging, den eigenen Freizeitraum zur Verfügung zu stellen – führen dazu, dass die meisten Willkommensschüler*innen, die an der Schule bleiben, nach der 10. Klasse den MSA schaffen.

Manches müsste noch verbessert werden. Die Morgenpost berichtet:
„Die Abgeordnete Bettina Jarasch sieht vor allem Verbesserungsbedarf, was die Unterstützung der Schulen bei der Zusammenarbeit mit den Eltern von Flüchtlingskindern angeht. ‚Ich glaube, das ist eine große Baustelle‘, sagt die Politikerin. ‚Die Schulleiter sind zurzeit auf sich gestellt, wenn sie mit Eltern reden müssen.‘ Andere Migranten und arabisch sprechende Menschen in den Kommunikationsprozess einzubeziehen, das könnte eine große Chance sein, glaubt Jarasch.“

Migranten als Mittler in die Elternarbeit einbeziehen, das wünscht sich auch der Schulleiter. Hier nochmal die BERLINER MORGENPOST

„Es gibt viele Ärzte unter den Flüchtlingen, die nach Deutschland gekommen sind“, sagt Rußbült. Würde man welche von ihnen an die Schulen holen, hätte das mehrere Vorteilte: Man könnte die Schuldistanz abbauen, man hätte einen Mittler zwischen Eltern und Pädagogen und könnte bei gesundheitlichen Problemen die Kinder direkt in der Schule behandeln. Außerdem meint der Schulleiter: „Wir müssen diese Menschen in wertschätzende Arbeit bringen.“

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Zusammenstellung: Heun