Abi 2018

   

Die Verleihung der Abiturzeugnisse

Viele waren gekommen. Eltern, Verwandte, Freunde, Lehrer*innen – und gleich kommen die zu Feiernden, die Abiturientinnen und Abiturienten des HCG-Jahrgangs 2018.

EINZUG DER ABITURIENT*INNEN

DER SCHULLEITER

133 Abiturient*innen des HCG-Abiturjahrgangs 2018 haben das Abitur bestanden und damit die Hochschulreife erlangt. Der Schulleiter, Herr Rußbült, gibt es mit Freude bekannt und beglückwünscht die strahlenden Abiturienten und Abiturientinnen zu ihrem Erfolg.

Mit einem Einser-Abitur, vor dem Komma steht eine 1, haben 37 Schüler*innendas sind 28 %ihre Schullaufbahn abgeschlossen; zwei Schülerinnen erreichten die Traumnote 1,0. Die Durchschnittsnote des  HCG-Abiturs wie die der anderen Abitur-Schulen werden zurzeit noch von der Senatsverwaltung ermittelt.

Bei aller Freude über die besonderen Noten sieht Schulleiter Rußbült die Bedeutung des Abiturs im Erreichen der Studierfähigkeit. Die Weiterentwicklung im Studium und in der Berufsausbildung folge dann eigenen Gesetzen.

Herr Rußbült hat auch ein Wort für die wenigen, die nicht bestanden haben; ihnen macht er Mut, mit frischer Kraft nun das Abitur 2019 anzustreben.

Den Abiturjahrgang skizziert er rückblickend mit einem Kaleidoskop unterschiedlicher Schülertypen; humorig im Ton, aber auch mit dem freundlich kritischen Blick eines Pädagogen.

So eine Abiturfeier ist eine gute Gelegenheit, all den Beteiligten Dank auszudrücken, vornehmlich den Lehrerinnen und Lehrern, deren Einsatz für ihre Schüler*innen nach außen hin nicht immer sichtbar werde, und der Oberstufenkoordinatorin Frau Schiwietz.

An seine Abiturient*innen wendet sich Henning Rußbült zum letzten Mal:

„Sie verlassen die Schule; die Welt steht ihnen offen. Egal, ob Normal- oder Top-Abitur: Machen Sie etwas, das Sie fasziniert, dann werden Sie gut sein. Ich bin mir sicher: Wir haben Sie auf die Welt da draußen vorbereitet und Sie sind stark und gut genug, diese Welt in Ihrem Sinne zu verändern.“

„I’VE GOT PEACE LIKE A RIVER“

Der Oberstufen- und der Mittelstufen-Chor unter dem Dirigat von Frau Zarth

DIE LEHRERIN

Frau Lose sprach für dass Kollegium. Nach einem launigen Bemerkungen kam sie zum Kerngeschäft der Schule; mit Überzeugung reklamiert sie:

„Wir sind nicht müde geworden, Sie zu fordern und an Ihre Grenzen zu bringen, um Sie auf Klausuren und Prüfungen, aber auch auf die nächsten Schritte auf Ihrem Lebensweg umfassend vorzubereiten. Und auch wenn Sie vor allem diesen letzten Punkt sicher, und leider ab und zu auch für uns deutlich spürbar, mehr als einmal in Frage gestellt haben – wir taten dies immer nach bestem Wissen und Gewissen.“

„Mit Ihrem Abiturzeugnis erhalten Sie von uns heute die allgemeine Hochschulreife. Wir bescheinigen Ihnen, dass Sie sich in Ausbildung oder Studium wahrscheinlich zurechtzufinden werden und dabei die bei uns erlernten Arbeitstechniken und Methodenkompetenzen sicher anwenden und weiter ausbauen können. Wir glauben, dass Sie bei uns nicht nur Faktensondern auch die so genannten life skills gelernt haben – wie wirke ich auf andere, wie setze ich mich in einer Gruppe durch, wie löse ich Konflikte möglichst stressarm und gewaltfrei.“

Rückblickend auf die vergangenen vier Semester findet sie aber auch zu erstaunlich klarer Kritik: „Wir hätten uns gewünscht, dass Sie mehr Verantwortung für sich selbst übernommen hätten.“ Der kritische Ansatz geht ein in die Gestalt ihrer Wünsche für die Zukunft, zunächst durchaus leichfüßig:

„Wenn Sie nun diese Schule verlassen um sich in der großen weiten Welt zu versuchen, kommt mehr Verantwortung auf Sie zu. In der kommenden Zeit werden Sie mehr und mehr Fragen für sich beantworten müssen, wie z.B. ‚Nach der Schule gleich Ausbildung/Studium oder doch lieber erstmal Work and Travel in Französisch-Guyana?‘, ‚Wie viel Wasser vertragen meine Zimmerpflanzen wirklich?‘ oder ‚Wie groß muss ein Topf sein für Chili con Carne für 35 Partygäste?‘ für sich beantworten müssen. Und in ein paar Jahren kommt vielleicht auch die Frage hinzu, ob Gwendolyn und Ganymed wirklich so coole Vornamen sind und tatsächlich gut zu Ihrem Nachnamen passen.“

„Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen beim weiteren Herantasten an mehr und mehr Verantwortung für sich selbst und andere. Fühlen Sie sich verantwortlich, aus diesem einen Leben das Allerbeste zu machen, überlassen Sie – wenn möglich – bedeutende Entscheidungen in Ihrem Leben nicht anderen und treten Sie aktiv ein für Belange, die Ihnen wichtig sind. Fühlen Sie sich verantwortlich für Ihre Gesundheit und nehmen Sie nichts als selbstverständlich hin. Fühlen Sie sich verantwortlich, wenn in Ihrem Umfeld Menschen einsam sind, wenn Tiere gequält oder Kinder vernachlässigt werden. Schauen Sie nicht weg, sondern suchen Sie sich Verbündete und werden Sie aktiv. Übernehmen Sie Verantwortung für Lebewesen, die Ihnen am Herzen liegen.“

„Und so entlassen wir Lehrer Sie heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus unserer Verantwortung. Es war schön, Sie einige Jahre auf Ihrem Weg begleiten zu können. Sie haben uns so manches Mal Kopfzerbrechen, Sorgen und Ärger, aber noch viel öfter Freude bereitet und es hat uns sehr viel Spaß gemacht, Sie zu unterrichten. Passen Sie gut auf sich auf und lassen Sie sehr gern mal von sich hören!“

Herzlicher Applaus war die Belohnung für die ehrlichen und engagierten Worte von Jana Lose, die für das Kollegium sprach.“

„AIN’T IT FUN“

Die Schulband CaDI; Leitung: Jan Köppl-Steiger, HavArt

DIE SCHÜLERINNEN

Hannah, Linda und Josi, drei „Schülerinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten“ (Selbtscharakterisierung) stellen – je aus eigener Sicht – vor, was sie aus ihre Schulzeit mitnehmen werden.

Josi

Als Josi in der 10. Klasse zum Hans-Carossa-Gymnasium kam, war dies ihre 6. Schule und – wie sie offenherzig mitteilt – ihre „letzte Chance“, Abitur zu machen. „Panische Angst „ habe sie vor dem ersten Tag an ihrer neuen Schule gehabt. Doch …

„Ich wurde noch nie so offen und herzlich in Empfang genommen wie in der 10a unter der Leitung von Herrn Aertel. Es begannen so ziemlich die besten Jahre meines Lebens. … Keine Schule ist perfekt, doch auf keine bin ich tagtäglich so gerne gegangen wie auf diese.“

Josi nennt die Gründe:

„Hier habe ich meine Motivation und meinen Kampfgeist wiedergefunden, habe viel über mich gelernt und mich weiterentwickelt, habe Freunde fürs Leben gefunden und Erinnerungen gewonnen, von denen ich hoffentlich eines Tages meinen Enkelkindern erzählen kann.“

Josis bewegende Rede mündet in Bekenntnis und Dank: „Ich bin Teil einer Gemeinschaft, Teil des Abiturjahrganges 2018 des Hans-Carossa-Gymnasiums – und dafür bin ich dankbar.“

Linda

Auch Linda spricht mit viel Begeisterung von ihrem Jahrgang, der ohne Cliquenbildung den Einzelnen viel Freiraum gelassen habe und sich nicht in Oberflächlichkeiten oder Angebereien erschöpfte. Linda zieht ein nachdenklich positives, persönliches Resümee:

„Ich habe aus der Schulzeit mitgenommen,
was wahre Freundschaft ist,
wann ich am besten nicht mehr weiter diskutieren sollte,
dass nicht jeder von hier bis an mein Lebensende an meiner Seite bleiben wird,
dass ich wahrscheinlich nie wieder so viel Freizeit haben werde und
dass der Spruch ‚Du wirst die Schule noch vermissen‘ wirklich stimmt.

Mit Dankbarkeit und Freude und einiger Erwartung an die Zukunft blickt Linda auf ihren Jahrgang: „Ich bin stolz auf unserem Jahrgang, 2018 wird Großes wagen.

Hannah

Wenn Hannah an ihre Schulzeit zurückdenkt, so lässt sie die Abiturfeiernden wissen:

„… dann denke ich an all die Menschen, mit denen ich immer wieder durch den Tag gegangen bin. Jeden Morgen, jede Pause war das Foyer voller Leute. … waren wir alle irgendwie unterschiedlich und auch wenn nicht jeder immer etwas mit jedem zu tun hatte, teilten wir trotzdem eine gemeinsame Zeit.“

Die drei unterschiedlichen Schülerinnen-Reden sollen die Vielfalt der Perspektiven und Geschichten „zelebrieren“, sagt Hannah. Und so zelebriert sie die Apotheose der Vielfalt, der Vielfalt im Soziotop ihres Jahrgangs. Die große Schwester Diversity saß auf der Empore und hörte interessiert zu.

Hannah resümiert unterdes in freudigem Ton:

„Ich nehme all die Geschichten und Sichtweisen nun mit auf meinen Lebensweg und ich danke jedem von euch, der damit meine Gedanken mit Erfahrungen und Leben gefüllt hat.“

In diesen Dank bezieht Hannah auch die Lehrer mit ein, die neben der Wissensvermittlung auch mit Lebenserfahrung und auch abseits der Unterrichts „für uns da waren“.

Summa summarum

RÜCKBLICK: „Ach, Schule war ’ne geile Zeit!“

MIT AUF DEN WEG: „Dein entwickeltes Empfinden für Gerechtigkeit und in der passenden Situation, die Notwendigkeit zu handeln, gibt dir die Möglichkeit, die Welt in einen schöneren Ort zu verwandeln!“

Großer Applaus den Rednerinnen.

„NOBODY KNOWS“

Die Schulband CaDi mit einem eigenen Song; Leitung: Jan Köppl-Steiger, HavArt

DIE ELTERNVERTRETERIN

Frau Gellekum, Vorsitzende der Gesamtelternvertretung, gratuliert im Namen der Eltern. Sie vergleicht die Situation der Abiturient*innen aktuell mit einem Fußballspiel der WM:

„Der Ball rollt, die Kugel ist im Spiel. Wie das Spiel ausgeht, weiß man zu Beginn nicht, selbst wenn man eine gute Spielidee oder eine Strategie für den Spielverlauf entwickelt hat.“

Frau Gellekum macht als Mutter Mut und fordert zu aktivem Handeln auf:

Legen Sie los, schießen Sie den Ball ins Spielfeld und haben Sie viel Freude, Zuversicht, Glück und Erfolg bei allem, was Sie tun!“

DIE ZEUGNISSE

133 Abiturzeugnisse, 133 Meilensteine in der Bildungslandschaft, wurden den strahlenden Erwerbern von ihren Tutor/innen – feierlich und von Applaus begleitet – übergeben.

Auf den letzten Metern vor dem Ziel …

Tutorium Herr Metz
Die beiden Schatzmeisterinnen des Fördervereins Frau Schwall und Frau Michaelis (re. im Bild) überreichten allen Abiturient*innen eine Sonnenblume mit dem Nietzsche-Zitat: Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen.

Tutorium Frau Schmidt

Tutorium Dr. Kirski. Rechts im Bild Dr. Hassan, der immer mit Freude und in der Rolle des Stellvertretenden Schulleiters die Zeugnisse den Tutor*innen reicht.

Tutorium Frau Pohlan

DIE EHRUNGEN

Da wollte der Chef gerne mit aufs Bild: Unsere Abiturient*innen mit einer Durchschnittsnote von 1,2 oder 1,1 oder auch 1,0. Sie erhielten zur Erinnerung  Modelle einer Sonnenuhr, die Dr. Kirski mit dem schuleigenen 3D-Drucker hergestellt hatte.

Besonders gewürdigt wurden hervorragende Leistungen in den Bereichen Physik, Chemie, Mathematik, Kunst und Englisch. Rechts im Bild Frau Schiwietz, die umsichtig sorgende Oberstufen-Koordinatorin dieses Jahrgangs.

Eine Dankesblume für den Einsatz unseres sonnigen Schulhausmeisters Lehmann

DER FÖRDERVEREIN

Frau Menges gratulierte im Namen des Fördervereins und wünschte den Abiturient*innen Glück und Erfolg. Bei einem kurzen zeitlichen Rundumblick richtet sie den Blick nach vorn:

Hinter Ihnen liegen jetzt 12 Jahre Schule! Sie glauben, das ist viel.
Vor Ihnen liegen aber noch mindestens 45 Jahre Arbeit. DAS IST VIEL!

Da lohne es sich, bei der Berufswahl Umsicht zu zeigen und ruhig auch etwas auszuprobieren.

Und dann nimmt sie die Schlussworte der Schülerinnen auf und macht sie mit bewegtem Herzen auch zu ihrem Schlussappell:

„Sie haben gesagt: ‚Wir haben das Potenzial und sollten es nutzen, die Welt ein bisschen schöner zu machen!‘ Ich kann Sie nur ermutigen: JA, gehen Sie raus in die Welt und machen Sie diese ein bisschen schöner!

Der Widerhall ihrer Worte war der spontane, anhaltende Beifall der Teilnehmer der HCG-Abiturientenfeier 2018.

AUSZUG AUS DER TURNHALLE

Musikalische Untermalung durch die Schulband CaDi; Leitung: Jan Köppl-Steiger, Hav-Art

DER AUSKLANG

Der Förderverein lud zum Empfang. Da gab’s was zu trinken und viele strahlende/glückliche/zufriedene Gesichter.

Der gesellige Kabelmann (Tontechnik-AG) rollt die Veranstaltungstechnik wieder ein.

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Fotos, Text: Heun,

Falls diesem oder jener ein Foto nicht zupass kommt, mailen Sie es mir bitte; ich nehme das Foto umstandslos aus dem Netz.
Manfred Heun
heun@hcog.de