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Blog

Freiheit durch Drogen?

Die Sache mit Lukas

Von Konstantin Fuhrmeister (8d)

Er geht mit eiligen Schritten nach Hause. Tränen laufen ihm über das Gesicht. Warum hat er sich nur von Lukas überzeugen lassen? Alles schien so harmlos und nun? Wie hat das überhaupt angefangen? Vor ein paar Wochen haben sich seine Eltern scheiden lassen, er lebte nun bei seinem Vater, dieser verkraftete die Trennung nicht und verfiel dem Alkohol. Er schlug ihn oft. Durch die Trennung musste er umziehen, er fühlte sich nicht wohl in seiner neuen Umgebung. Sein Zimmer mochte er auch nicht. Es gab nichts außer ein paar nackter Wände und ein Poster. Als er in seine neue Schule kam, merkte er sofort, dass er hier nicht willkommen war. Die Mitschüler schlugen ihn, lachten ihn aus und beklauten ihn. Er wusste sich nicht mehr zu helfen. Er hatte Angst. Er entwickelte ein Gefühl, das ihm selbst fremd war. Dieses Gefühl breitete sich in ihm aus, es war eine unglaubliche Leere die ihn ihm wuchs und wuchs. Er telefonierte mit seinen alten Freunden. Einer von ihnen war Lukas. Er mochte Lukas eigentlich nicht besonders, aber als er seine Nachricht auf dem Handy sah, traf er sich trotzdem mit ihm. Als er am verabredeten Punkt ankam, war Lukas bereits da, im übrigen wahr er nicht allein. Um ihn herum standen vier weitere Jugendliche und lachten.Lukas sah ihn und begrüßte ihn freundlich. Plötzlich sah er, dass Lukas etwas aus seiner Tasche geholt hatte. War das eine Flasche? Sie sah den Flaschen seines Vaters sehr ähnlich. Tatsächlich! Es war eine Alkopop-Flasche! Er ignorierte das Angstgefühl inseinem Bauch und griff nach Lukas ausgestreckter Hand. Er nahm mehrere Schlücke. Ein warmes angenehmes Gefühl breitete sich in seinem Magen aus. Er versuchte etwas zu sagen und merkte entsetzt, dass er nuschelte.Sofort nahm er noch einen Schluck und leerte die Flasche. Sofort vergaß er alle Sorgen um sich herum und fühlte sich… ja wie fühlte er sich eigentlich? Frei! Das angenehme warme Gefühl in seinem Bauch füllte die Leere und nahm ihm Angst und Hemmungen. Fortan traf er sich öfter mit seinen ,,Freunden“ und merkte, dass er immer mehr trinken musste um sich gut zu fühlen. Eines Tages empfiehl im Lukas auf andere Drogen umzusteigen, da die Jungs um ihn herum das ja auch taten. Er willigte ein, nicht um den anderen zu gefallen, nein er wollte bloß etwasspüren er wollte Spaß haben er wollte…einfach frei sein. Er stieg auf härtere Drogen um und nahm Heroin, in den ersten Tagen befriedigte es ihn noch, nach einer Woche merkte er jedoch entsetzt, dass die Wirkung nachlässt und er mehr brauchte. Lukas merkte dies und fing an Geld zu verlangen. Lukas willigte ein. Um sich seine Sachen zu finanzieren beklaute er seinen Vater, dies ging ein paar Wochen lang gut bis sein Vater ihn erwischte. Er verprügelte ihn und warf ihn auf die Straße. Er wollte zu seinen ,,Freunden“ gehen, die jedoch nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten. Er lief verzweifelt und allein durch die kalte Dezembernacht. Er hatte Angst. Ihm wurde schlecht und er brach zusammen. Er übergab sich mehrmals, Passanten kamen vorbei,beachteten ihn jedoch nicht. Menschen die ihn sahen, kommentierten seine Notlage schulterzuckend mit ,,Ist halt ein Crakkie“. Er kroch unter eine Brücke und schlief ängstlich ein. In seinem Traum wurde er schlussendlich von seiner Leere endgültig verschluckt. So starb ein junger hoffnungsvoller Jugendlicher auf der Suche nach Freiheit.

 

Schule als Massen-Mensch-Haltung

Von Daniel Fliegert (9c)

Das Aufstehen am Morgen ist eine Tortur, weil ich jedes Mal einen großen Schreck bekomme, wenn es in meinem Kopf klingelt. Der eingebaute Microchip leitet Reize an mein Gehirn weiter, die mich einen lauten klingelnden Ton hören lassen. Ich falle jedesMal fast aus dem Bett, wenn mich die Schule auf diese Art ruft.Ich muss mich dann beeilen, damit ich nicht zu spät komme. Ich würde sonst in der Mittagspause nur übriggebliebene Reste bekommen. Vor der Schule muss ich mich erst einmal an die lange Schlange anstellen. Jeder Schüler muss langsam durch das Tor gehen, damit der Computer den Microchip auch erkennt. Sonst heißt es, man hat gefehlt und das kann böse Folgen haben. Eine Kamera scannt auch mein Äußeres. Wenn die unbequeme Schuluniform einen Fleck hat oder nicht richtig sitzt, muss man umkehren und das in Ordnung bringen. Ich kann mich auch nicht mit meinen Freunden unterhalten. Wir müssen alle großen Abstand halten, weil es in den letzten Jahren immer wieder schwere Pandemien gegeben hat. In der Schule angekommen, hat jeder ohne weiteren Umweg in seinen Klassenraum zu gehen. Eigentlich ist es mehr wie ein Käfig und jeder hat seinen eigenen. Das soll auch verhindern, dass man sich gegenseitig ansteckt. Ich glaube eher, das ist so, damit wir uns nicht besprechen können und eine Revolution veranstalten.Der Unterricht ist ziemlich langweilig. Erst wird der Kopf gescannt, um festzustellen, wie viel Wissen schon im Gehirn gespeichert ist. Dann beginnt der Unterricht. Irgendwie glaube ich, dass ich gar nicht so wirklich viel lerne, weil es immer nur darum geht, wie toll unser Land ist , dass alles so gut organisiert ist und dass niemand einen Grund hat unzufrieden zu sein. Wenn man mit seinen Gedanken abschweift und nicht richtig zuhört, gibt es durch den Stuhl einen kleinen Stromstoß. Das ist zwar nicht schlimm, wenn man aber mal einen schlechten Tag hat, wird es ziemlich schmerzhaft. Der Lehrer ist nur auf einem Bildschirm in meinem kleinen Käfig zu sehen. Wenn ich etwas nicht verstehe, wird das Thema so oft wiederholt, bis der Computer meint, mein Gehirn ist ausreichend befüllt. Die Lehrer zeigen sich seltsamerweise immer gut gelaunt und loben unseren Imperator bei jeder Gelegenheit. Ich vermute mal, dass sie auch ziemlich unter Druck gesetzt werden. Ab und zu muss ich einen Leistungsnachweis erbringen. Ich bekomme dann Aufgaben, die ich in einer bestimmten Zeit erledigen muss. Wenn ich nicht allesgut macheoder nur Blödsinn aufschreibe, bekommen meine Eltern und ich großen Ärger. Es gibt dann zum Beispiel weniger Essensgutscheine oder Strafarbeiten für die ganze Familie. Wenn man nicht tut, was von einem erwartet wird, muss man damit rechnen, für einen Revolutionär gehalten zu werden. Darauf steht sogar die Todesstrafe. Also darf man nicht auffallen und muss immer alles machen, was sie wollen.
Irgendwann ist dann Mittagspause. Wieder müssen wir einzeln durch eine Tür gehen, die uns registriert. An der Essensausgabe wird von einem Computer das Essen auf einen Teller geklatscht. Wenn man pünktlich war, ist es eine anständige Portion. Allerdings bekommt man weniger, wenn man Übergewicht hat. Wer zu dünn ist, bekommt dafür mehr. Vor dem Essenscomputer ist ein Scanner und im Boden eine Waage. Die messen Gewicht und Körpergröße. Neulich gab es ein technisches Problem und ich habe nur eine winzige Portion bekommen. Ich habe mich aber nicht getraut, mich zu beschweren. Nur nicht auffallen…Gegessen wird an einem Einzelplatz, aber man kann die Freunde durch die durchsichtigen Trennscheiben wenigstens sehen. Mit Grimassen kann man sich unauffällig ein paar Dinge mitteilen. Den Sportunterricht finde ich ziemlich brutal. Man will uns zu muskulösen Menschen formen. Hier sehe ich meine Freunde mal aus der Nähe. Wir müssen in einer Reihe Übungen machen und lernen hier auch, im Gleichschritt zu marschieren. Nach so einem Schultag ist man ziemlich erledigt und das Gehirn fühlt sich seltsam leer an, obwohl so viel eingetrichtert wurde. Manchmal frage ich mich, ob Schulefrüher auch schon so war. Ich muss mal meinen Uropa Daniel fragen.