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Abi 2019

Festlich heiter

Verleihung der Abiturzeugnisse 2019

Viele waren gekommen. Eltern, Verwandte, Freunde, Lehrer*innen – und gleich kommen die zu Feiernden, die Abiturientinnen und Abiturienten des HCG-Jahrgangs 2019.

EINZUG DER ABITURIENT*INNEN

DER SCHULLEITER

134 Abiturient*innen des HCG-Abiturjahrgangs 2019 haben das Abitur bestanden und damit die Hochschulreife erlangt. Der Schulleiter, Herr Rußbült, gibt es mit Freude bekannt und beglückwünscht die strahlenden Abiturienten und Abiturientinnen zu ihrem Erfolg.

Mit einem Einser-Abitur, vor dem Komma steht eine 1, haben 37 Schüler*innendas sind 28 %ihre Schullaufbahn abgeschlossen; vier Schülerinnen erreichte die Traumnote 1,0.

Bei aller Freude über die besonderen Noten sieht Schulleiter Rußbült die Bedeutung des Abiturs im Erreichen der Studierfähigkeit. Die Weiterentwicklung im Studium und in der Berufsausbildung folge dann eigenen Gesetzen.

Herr Rußbült hat auch ein Wort für die wenigen, die nicht bestanden haben; ihnen macht er Mut, mit frischer Kraft nun das Abitur 2020 anzustreben.

An seine Abiturient*innen wendet sich Schulleiter Rußbült zum letzten Mal und resümiert appellierend: „Wir haben Sie auf die Welt da draußen vorbereitet und Sie sind stark und gut genug, diese Welt in Ihrem Sinne zu verändern. Ich wünsche Ihnen Glück und Erfolg dabei.“

So eine Abiturfeier ist eine gute Gelegenheit, all den Beteiligten Dank auszudrücken, vornehmlich den Lehrerinnen und Lehrern, deren Einsatz für ihre Schüler*innen nach außen hin nicht immer sichtbar werde, und der Oberstufenkoordinatorin Frau Pohlan, unterstützt von Frau Schiwietz, und der Stellvertretenden Schulleiterin Frau Zarth.

Der  Dank an Frau Wölpern für ihren langjährigen Einsatz im Förderverein mündet in die Worte: „Solche Eltern brauchen wir!

Sarah Eschenhagen erfuhr Dank für ihre Arbeit in der Schülerselbstverwaltung und Mathilda Hoppe für ihren sozialen Einsatz im Gemeinschaftshospiz Christophorus.

Drei Schüler*innen, die, ohne ein Wort Deutsch zu können, vor viereinhalb Jahren als Willkommensschüler anfingen und nach 6 Monaten in die reguläre  9. Klasse übergingen, haben nun die Hochschulreife am HCG erworben. Ein tolles Ergebnis, das der Schulleiter mit den Worten würdigte: „Ich ziehe meinen Hut!

„STAND BY ME“

Der Oberstufen- und der Mittelstufen-Chor unter der Leitung von Herrn Mertens

DIE LEHRERIN

Frau Cornelis, gestandene Englisch- und Französisch-Lehrerin mit der Muttersprache Flämisch, spricht in ihrer Rede von der Bedeutung von Sprache und Sprachen in ihrem Leben. Deutsch hat sie in der 9. Klasse als dritte Fremdsprache gelernt, „bei Herrn Beheydt: einem wunderbaren Menschen und äußerst strukturiertem Lehrer“.

Heute findet sie die deutsche Sprache großartig:

„Sie ist mein Vehikel. Sie ermöglicht mir den direkten Kontakt nicht nur zu euch, sondern auch zu 118 Millionen weiteren deutschsprachigen Menschen auf der Welt. Mit Englisch erreiche ich 1,5 Milliarden Menschen, 370 Millionen mit Französisch, 65 mit Italienisch und immerhin 26 Millionen mit Niederländisch. Euer Hans-Carossa-Gymnasium bietet dazu noch Russisch für 275 Millionen, Spanisch für 420 und Latein – dessen Sprecher sind nun eher verstummt.“

Die begeisterte Sprachexpertin und -Liebhaberin resümiert:

„Sprache und Fremdsprachen sind das Vehikel, die Welt zu erkunden, zu arbeiten, zu lieben, zu streiten, zu lernen, zu kommunizieren und zu verstehen.“

Die ins Leben tretenden Abiturientinnen und Abiturienten fordert sie auf, Sprache und Sprachen zu nutzen, auf ihr eigenes Herz zu hören und mit Verstand und Leidenschaft den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen:

„Ihr seid es, die die Veränderungen vorantreiben müssen.“

DER LEHRER

Der Pädagoge Jasper beginnt seine Rede mit einem kraftvoll kritischen Zitat. Erich Kästner, der Autor von Emil und die Detektive, rief einst bei einer Einschulungsfeier den Schülerinnen und Schülern mit Blick auf die bevorstehende Schulzeit zu:

„Frücht’chen seid ihr, und Spalierobst, also in Reih und Glied gepflanzte Obstbäume, müsst ihr werden! Aufgeweckt wart ihr bis heute, und einkochen wird man euch ab morgen!“

Der studierte Historiker und Geograph Jasper verweist auf eine Bezug des Zitats von 1925 zum Zweiten Weltkrieg, “ in dem sich in Reih und Glied stehende Soldaten grauenvolle Gemetzel lieferten“. Sein Resümee: „Damals hat die Schule, hat das Bildungssystem versagt.

Dass heute, in der zweiten Demokratie auf deutschem Boden, andere pädagogische Ziele gelten, belegt Jasper mit einem gewichtigen Zitat aus dem Berliner Schulgesetz:

Die Schule soll
Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen vermitteln,

die die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen,
ihre Entscheidungen selbständig zu treffen
und selbständig weiterzulernen,
um berufliche und persönliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen,
das eigene Leben aktiv zu gestalten,
verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen
und die Zukunft der Gesellschaft mitzuformen.“

In diesem Sinne haben er und seine Kolleginnen und Kollegen ihre pädagogische Arbeit verstanden und vor diesem Horizont blühen auch die Wünsche des gestandenen Schulmanns für die Abiturienten und Abiturientinnen:

„Nur starke Menschen können diese Herausforderungen annehmen und eine wichtige Rolle in einer Demokratie einnehmen.

Verlieren Sie dabei nie den Blick, für Ihr privates Glück zu sorgen oder besser noch: verbinden Sie beides miteinander.

Ich wünsche mir, dass wir Sie dabei unterstützt haben, stark und stolz und frei und mutig zu sein, dass sie nicht Spalierobst geworden sind, sondern – lassen Sie mich das Bild zeichnen – frei gewachsene Bäume, die mit unterschiedlichen Baumarten einen Wald bilden nach höchsten ökologische Ansprüchen.

„CALIFORNIA DREAMING“

Der Oberstufen- und der Mittelstufen-Chor unter der Leitung von Herrn Mertens

DIE SCHÜLERREDE

Auf dem Weg zur Schülerrede

DER ABITURIENT

Der Abiturient Magnus Ehler sieht seinen Jahrgang „am Ende einer langen Reise durch die Schule“, wobei die vier Kurssemester schließlich schneller vergingen als gedacht.

„Tragisch“ waren – so meint er leichthin – „tragisch“ waren die Schließung der alten Cafeteria, die Erhöhung der Pflichtstunden, neue Abi-Regeln und der „allseits beliebte“ Teil in Mathe-Klausuren, der ohne Hilfsmittel zu erledigen ist.

Mit Kritik oder gar leichtem Spott beehrte Magnus in seinem launig anekdotenhaften Rückblick vornehmlich die Schülerseite des pädagogischen Geschehens: Einfache Rechnungen ohne Taschenrechner, eine übersichtliche Hefterführung oder termingerechte Abgabe von Themen zur 5. Prüfungskomponente – allergrößte Hürden für seine geistigen Mit-Athlet/innen.

Kraft und Vitalität dagegen bei der Motto-Woche. Am Donnerstag durften sie endlich in die Klassenräume.

„Eine Meute von 100 feierwütigen Abiturienten zog für drei Stunden durch die Schule. Keiner konnte uns bändigen und wir wurden um 12 Uhr nach Haus geschickt.“

Gerne erinnert sich Magnus an die Kursfahrten, die halfen die Kursmitglieder von einer anderen Seite kennen zu lernen und Freundschaften zu festigen.

Im Namen seines Abitur-Jahrgangs bedankt sich Magnus bei Tutoren, Kollegium und Schulleitung und besonders bei der Oberstufenkoordinatorin Frau Pohlan.

DIE ABITURIENTIN

Eine Rede mit Herz; das Manuskript wird noch in der Redaktion eintreffen.

„SO FINE“

Die Schulband CaDi mit einem eigenen Song; Leitung: Jan Köppl-Steiger, HavArt

DIE ELTERNVERTRETERIN

Die GEV-Vorsitzende Frau Gellekum gratuliert den Schul-Vollendern im Namen aller Eltern. Und letzteren gilt dann auch ihr zweiter Blick:

Aber auch für uns Eltern ist dies ein ganz besonderer Moment. Manch einer fragt sich sicher: ‚Wo ist die Zeit geblieben?‘ und sieht sein Kind noch mit der Schultüte am Einschulungstag der Grundschule vor Augen. Spätestens jetzt und hier heißt es für uns Eltern lernen loszulassen.“

Für ihre Wünsche wählt sie eine maritime Metapher:

„Nun liegt es an Ihnen an den Start zu gehen. ‚Leinen los‘, so klingt‘s. Gehen Sie mit voller Fahrt hinaus auf hohe See. Sie werden sicher in Gewässer kommen, die auch Turbulenzen haben. Spiegelglatt ist das Meer am wenigsten. Bleiben Sie auf Kurs, haben Sie immer Ihr Ziel vor Augen.

Wir Eltern wünschen Ihnen bei all Ihren Entscheidungen und Zielen, die Sie in der Zukunft erreichen möchten alles erdenklich Gute, eine allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!“

DIE ZEUGNISSE

134 Abiturzeugnisse, 134 Meilensteine in der Bildungslandschaft, wurden den strahlenden Erwerbern von ihren Tutor/innen – feierlich und von Applaus begleitet – übergeben.
Feierlich der Moment. Erwartungsvoll die Abiturient/innen. Freudig heiter Tutor Kozian. 7 Minuten später: Der letzte Akt in 12 Jahren Schulzeit ist vollbracht.
Die beiden Schatzmeisterinnen des Fördervereins Frau Schwall (links im Bild) und Frau Michaelis (re.) überreichen allen Abiturient*innen eine Sonnenblume mit dem Nietzsche-Zitat: Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen. Die hier floral Beglückten: das Tutorium Herzig.

 

Bei allen Regeln, so eine „Abiverleihung“ hat durchaus dynamische Züge.

Tutorium Zarth – im Verbund mit 27 Sonnenblumen

Tutorin  Grünthal – in Zuneigung zu ihren Tutanden

DIE EHRUNGEN

24 Abiturient/innen wurden eigens geehrt, sei es für die beeindruckende Abitur-Durchschnittsnote von 1.0 oder für besondere Leistungen im Bereich Physik, Chemie, Mathematik, Philosophie oder Englisch.

DER FÖRDERVEREIN

 

Für den Förderverein gratulierte dessen 2. Vorsitzende Frau Dr. Niepelt. Mit engagierten Worten bestärkt sie bei den jungen Erwachsenen Selbstbewusstsein und Einsatzbereitschaft:

Wir motivieren Sie, egal was Sie in Ihrem Berufsleben machen, Ihre Chancen, Möglichkeiten und Potentiale zu nutzen und für Ihre Ideale einzustehen. Es ist doch eine interessante Vorstellung, etwas im Leben zu wagen und all seine Fähigkeiten und Energien einzusetzen und etwas im Leben zu  bewegen. Auch wenn es einmal nicht so läuft und Rückschläge auftreten, ermutigen wir Sie, wieder aufzustehen und weiter zu machen.“

Die Vertreterin des Fördervereins beschließt ihren Appell für ein würdiges Leben mit dem Merkspruch:

Wer sein Leben so einrichtet, dass er niemals auf die Schnauze fliegen kann, der kann nur auf dem Bauch kriechen.

DAS GRUPPENFOTO FÜR DIE GESCHICHTSBÜCHER

AUSZUG AUS DER TURNHALLE

Musikalische Untermalung („Feeling good“) durch die Schulband CaDi; Leitung: Jan Köppl-Steiger, Hav-Art

DER AUSKLANG – in 24 Impressionen

Der Förderverein lud zum Empfang. Da gab’s was zu trinken und viele strahlende/glückliche/zufriedene Gesichter:

 


Fatima und Sadaf, mit Mama (seit 2014 Berlin, vorher Konar/Afghanistan). – Welches Lob Herr Jasper hier gerade bescheiden dämpft, ist nicht überliefert.

 







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Text: Heun;  Fotos: Heun, Wölpern (1)

Falls diesem oder jener ein Foto nicht zupass kommt, mailen Sie es mir bitte; ich nehme das Foto umstandslos aus dem Netz.
Manfred Heun
heun@hcog.de